Schon im Bette drängen sich die Ideen zu dir, meine unsterbliche Geliebte,
hier und da freudig,
dann wieder traurig,
vom Schicksale abwartend, ob es uns erhört.
Leben kann ich entweder nur ganz mit dir oder gar nicht,
ja ich habe beschloßen in der Ferne herum zu irren,
bis ich in deine Arme fliegen kann,
meine Seele von dir umgeben ins Reich der Geister schicken kann.
Ja, leider muss es sein, du wirst dich fassen, um so mehr da du meine Treue
gegen dich kennst,
nie eine andere kann mein Herz besitzen,
nie, nie, oh Gott warum sich entfernen müssen,
wenn man so liebt, und doch is mein Leben in W. so wie jetzt ein
kümmerliches Leben.
Deine Liebe macht mich zum glücklichsten und unglücklichsten zugleich,
in meinen Jahren jetzt bedürfte ich einiger Einförmlichkeit Gleichheit des Lebens,
kann diese bei unserm Verhältnisse bestehen.
Engel, eben erfahre ich, dass die Post alle Tage abgeht und ich muss daher schließen,
damit du den Brief gleich erhälst,
sei ruhig,
nur durch ruhiges Beschauen unseres Daseins können wir unsern Zweck zusammen zu leben
erreichen.
Sei ruhig,
Liebe mich, heute,gestern, welche Sehnsucht mit Tränen nach dir, dir, dir mein Leben, mein Alles.
Leb wohl, oh Liebe mich fort,
vergesse nie das treueste Herz deines Geliebten.
Ewig dein
Ewig mein
Ewig uns
(Liebesbrief, Beethoven 1814)
Wie die Art zu lieben über Jahrhunderte gleich blieb,
wie ich dieses Gedicht liebe, es sagt einfach die Wahrheit!
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